Im Auftrag des Sternenkönigs
- Zweite Mission: Blutmond -



Blutmond

Das Abenteuer "Blutmond" stammt ursprünglich von Dirk Richter und erschien im Quellenband "Start ins Abenteuer" für das Rollenspiel Midgard (5. Edition).

1. Sitzung (21. Oktober 2018, 5 Stunden)

Es ist ein kalter Herbsttag in Catley als Vater Merowyn eine Gruppe von vier Nachtfalken für einen Auftrag zusammenruft. Mutter Anora und Bruder Angor kennen sich bereits aus ihrer letzten Mission. Dazu gesellen sich Bruder Edwin, ein Ordensschmied, der nicht nur im Umgang mit dem Schmiedehammer geübt ist und Schwester Liana, die Tochter einer Landadelsfamilie, die sich aber Starrekyng zugewandt hat.

Vater Merowyn berichtet von ungewöhnlichen Sichtungen im Dorf Faileston. Der Abt des dortigen Starrekyng-Klosters berichtete über Beobachtungen von angeblichen Wolfsmenschen in den Wäldern. Menschengroße und aufrecht gehende Gestalten mit Wolfskopf und Wolfsfell. Zwar gibt es keine Indizien, die für Werwölfe sprechen, dennoch bietet der anstehende Blutmond Grund zur Sorge und die Nachtfalken haben die Aufgabe, diese Sichtungen zu überprüfen, um im schlimmsten Falle vor Ort handeln zu können.

Vor dem Aufbruch begibt man sich noch zur Recherche in die Bibliothek, um über Werwölfe oder eventuelle Wolfskulte informiert zu sein. Anora lernt, dass der Auslöser für die Verwandlung in Werwölfe der Neumond des Düstermonds ist. Einige Tage vor und nach dessen Eintreffen verwandeln sich die Betroffenen in ihre Wolfsgestalt und verlieren dann die Kontrolle über sich. Gerissene Tiere aber auch getötete Leute sind die Folge. Die einzige Übertragungsweise ist die Verletzung durch einen Werwolf, da diese aber meist tödlich endet, kommt es kaum zu Epidemien.

Als Vorsichtsmaßnahme rät Vater Merowyn zur Ausrüstung mit Mondstahlwaffen. Durch seine Genehmigung mit diesen ausgerüstet, macht sich die Gruppe auf den Weg.

Kaltes, trübes Wetter prägt die eineinhalbwöchige Reise nach Süden, und nach einigen Reisetagen beginnt es zu schneien. Auch bei Ihrer Ankunft in Faileston wird die Gruppe von Kälte und Schnee empfangen, es sind nur noch zweieinhalb Tage bis zum Blutmond.

Die Gruppe wird im Kloster bei Abt Regnald vorstellig, der von den Sichtungen durch die Dorfbewohner berichtet. Inzwischen gab es etwa ein Dutzend Berichte über die Wolfsgestalten. Die etwa menschengroßen Wolfsgestalten seien nur bei Nebel oder in der Dämmerung, also nur bei schlechten Sichtverhältnissen, beobachtet worden. Sowohl im Wald als auch im Moor sei es zu Sichtungen gekommen. Wurden sie angesprochen, hätten sie sich zurückgezogen. Außerdem gibt es in letzter Zeit auch mehr Wölfe als sonst in der Region. Die ersten Ereignisse seien von den Waldbauern berichtet worden, außerdem könnten die Dorfbewohner Kayne und Sigrid wohl ebenfalls mehr darüber berichten. Die alte Culwen kennt sich dahingegen mit den regionalen Sagen und Legenden aus. Abgesehen von diesen Berichten habe es im Dorf in letzter Zeit keine Probleme oder unübliche Vorfälle gegeben. Einzig Raubüberfälle durch Banditen auf der Straße nach Süden seien einige Male vorgekommen.

Um das verbleibende Tageslicht zu nutzen und eventuelle Spuren im Schnee zu entdecken, macht sich die Gruppe auf den Weg zur Hütte der Kräuterfrau, der sie auch durch den Wald führt. Dort können, abgesehen von den üblichen Spuren durch die Dorfbewohner, keine Auffälligkeiten festgestellt werden.

Die Hütte der Dorfhexe ist ein bewachsener und geduckter Bau um einen großen Steinkamin. Gut bewirtschaftete Kräuterbeete und Trockengestelle voller Pflanzen liegen vor der Hütte. Die Bewohnerin ist zunächst nicht anzutreffen, taucht aber kurz nach dem Eintreffen der Nachtfalken aus dem Wald auf und bittet einzutreten. Sie stellt sich als Flemlen vor, die Kräuterkundlerin und Hebamme des Dorfes. Kräuter prägen ebenfalls das Innere ihrer Hütte – herabhängend von der Decke und aufgestapelt an den Wänden. Doch der von außen schon zu erahnende große Kamin beherrscht den Raum, das Feuer ist allerdings eher klein und der Rauch zieht schlecht ab. Bruder Edwin erkennt das Problem und bietet seine Hilfe an. Ihm gelingt es, den Kamin wieder frei zu bekommen. Währenddessen tauscht sich Anora mit Flemlen über das gemeinsame Fachgebiet der Kräuterkunde aus. Bruder Angor stellt ihr einige Fragen zu den Wolfssichtungen und lässt dabei durchblicken, dass es sich bei der Gruppe nicht nur um eine reisende Priesterin und ihre Begleiter handelt. Über Sichtungen von Wolfsmenschen kann Flemlen allerdings nichts berichten auch sei ihr nichts Unübliches hinsichtlich der Wölfe in den Wäldern aufgefallen.

Nachdem die Gruppe zum Abendessen ins Kloster zurückgekehrt war, machen sie sich nochmals auf, um die Dorfschenke zu besuchen und sich dort noch weiteren Informationen umzuhören. Auf dem Weg ins Dorf machen Sie Halt am Turm vor dem Kloster, wo Bruder Brion, ein alter Bekannter von Bruder Angor lebt. Erfreut über das Wiedersehen, lädt Brion die Gruppe auf einen Met ein. Ihm ist schnell klar, dass es sich hier nicht um eine einfache Reisegruppe handelt, doch auch er kann keine Hinweise zu den Vorfällen geben. Unbemerkt von den anderen, steckt er Angor beim Abschied allerdings noch eine Nachricht zu.

In der Schenke angekommen versucht Anora von der alten Culwen einige der lokalen Geschichten und Legenden zu erfahren. Sie erzählt von einer finsteren Zauberin, die von ihrem Turm in den Nebelzacken mit einem Heer lebender Leichen Unheil über die Region brachte. Erst Starrekyng persönlich konnte Sie und ihren Turm vernichten. Weitere Geschichten handeln von der Unheilsmaid oder von den Hügelgräbern im Moor, in dem alte Kriegsfürsten zu Zeiten lange vor Starrekyng begraben wurden. Doch scheinbar bietet keine der Geschichten Hinweise über die aktuellen Vorkommnisse. Auch ihre Anmerkung über den in letzter Zeit zunehmenden Nebel und die Krähen, welche diesen laut Culwen verursachen, ist offenkundig nicht besonders hilfreich.

Bruder Angor hatte inzwischen auch die Gelegenheit Brions Nachricht zu lesen; dieser bittet um seine Hilfe und dass er ihn nochmals besuchen solle – und zwar allein.

Als sich die Schenke später am Abend schließlich leert, zieht ein betrunkener Dorfbewohner namens Kern die Aufmerksamkeit der Gruppe auf sich. Als er einem im Gehen begriffenen Mann hinterherschimpft und ihm wolfsbezogene Vorwürfe an den Kopf wirft ist das Interesse geweckt. Mit frischem Bier versorgt erzählt Kern von Ingrim, einem alleine im Moor lebenden Torfstecher. Er habe ihn schon beobachtet, wie er nachts mit Wolfsumhang und -schädel im Moor umhergewandert sei. Viel mehr ist von Kern allerdings nicht zu erfahren und die anderen Dorfbewohner scheinen nicht besonders angetan von dessen Erzählungen.

Schließlich kehrt die Gruppe zurück ins Kloster, abgesehen von Angor, der ein weiteres Mal Bruder Brion aufsucht. Die anderen warten bei einer warmen Tasse Tee auf Angors Rückkehr. Dieser trifft sichtlich erschüttert im Kloster ein und berichtet den anderen von Brions Geschichte:

Es existieren Werwölfe im Dorf und Brion ist einer von ihnen. Das ist auch der Grund, warum er alleine in seinem Turm lebt. Um die anderen Dorfbewohner zu schützen, schließt er sich für seine Verwandlung dort in einem Verließ ein und legt sich in Ketten. Vor etwa 30 Jahren wurde Brion von Flemlen zum Werwolf gemacht. Er nimmt an, dass sie sich mit einer Kräutertinktur unter Kontrolle hält und sich so nicht verwandeln muss. Zu dieser Zeit haben die beiden auch noch einen gemeinsamen Sohn bekommen. Dieser ist ebenfalls ein Werwolf, wurde laut Brion allerdings von Flemlen mit der Kräutertinktur versorgt und hat sich somit nicht verwandelt. Allerdings ist er vor kurzem aus dem Dorf verschwunden und keiner weiß von seinem Verbleib.

Dieses Verschwinden und der bevorstehende Blutmond geben Bruder Brion Anlass zur Sorge, weswegen er Bruder Angor nun die Wahrheit gestanden hat. Mit diesen neuen Informationen ist die Gefahr durch Werwölfe nun offenkundig, allerdings ist es den Nachfalken nicht klar, was nun – nur noch zwei Tage vor dem Blutmond – die beste Vorgehensweise ist. Doch bevor die nächsten Schritte geplant werden können, taucht eine aufgeregte Frau im Kloster auf. Lyn, die Frau des Kaufmanns, vermisst ihren Sohn Bran, der von einem Botengang ins Nachbardorf nicht zurückgekehrt ist. Da dies noch nie vorgekommen und er stets pünktlich zurückgekehrt sei, mache sie sich nun Sorgen und wollte Hilfe im Kloster ersuchen.

Nachdem Lyn das Kloster wieder verlassen hat, einigt man sich, dass es in der Nacht, bei Dunkelheit und bei unbekannten Gefahren, keinen Sinn mehr macht, sich auf die Suche nach Bran zu begeben und zieht sich zur Nachtruhe zurück.


Last update on November 27, 2018
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